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Kreuzbandriss beim Hund

TTA Komplikationen

Implantatversagen was ist das?

Wodurch wird es ausgelöst?

Wie wird es von Professoren und Spezialisten gesehen?

Ein ganz schlauer Spezialist

Der Kreis schließt sich

Chancen auf die Kostenerstattung?

Fazit

Update

RIP Baucis

Tplo Komplikationen

Abschluß

Quaja

Bluttest bei eventuellen Herzproblemen

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Kreuzbandriss beim Hund

 

Der Riss des vorderen Kreuzbandes zählt beim Hund zu den häufigsten orthopädischen Krankheiten. Eine Studie der British Veterinary Orthoaedic Society nennt beim Hund einen prozentsatz von 12,2%, bei der Katze von 2,3% aller mit orthopädischen Problemen vorgestellten Patienten (Ness et al. 1996 )

Als erster schrieb Carlin ( 1926 ) über die Kreuzbandruptur. 1932 berichtete Brook über die klinischen und radiologischen Befunde bei einem Scotch Terrier, der beim Spielen plötzlich aufschrie und danach lahmte. Die Autopsie nach euthanasie bestätigte die Diagnose. Schroeder und Schnelle ( 1941 ) beschrieben das Krankheitsbild und die ausführliche Untersuchung sowie konservative Behandlung mittels Schröder-Thomas-Schiene. In den fünfziger und frühen sechziger Jahren behandelte Jaques Jenny ( pers. Mitt. 1970 ) den kreuzbandri? erfolgreich mit vorsichtiger Kauterisierung ( Brennen ) der Kniegelenkgegend. Erst Patt-Sama ( 1952 ) lenkte mit seinen PhD-Thesis weltweit das Interesse der Tierärzte auf diese Krankheit. Seine operative Therapie des Kreuzbandrisses, bei welcher ein Faszienstreifen gelenküberbrückend durch Bohrkanäle in Femur und Tibia gezogen wurde ( eine von dem englischen Orthopäden Hey Groves für den Menschen entwickelte Technik ) setzte für Jahrzehnte Maßstäbe. In den nachfolgenden Jahren entstanden daraus zahlreiche Modifikationen, bei welchen Haut, Sehnen sowie künstliche materialien den Faszienstreifen ersetzten; sie erreichten jedoch selten die Präzision der originaltechnik. Bereits 1974 zählte der Autor etwa 120 verschiedene, veröffentlichte Techniken.

Eine ideale Stabilisationstechnik, die den Zustand des Kniegelenkes, wie er vor der Kreuzbandruptur bestand, anatomisch korrekt wiederherstellt, gibt es nicht. Im Kreuzband selbst verläuft die Kraftübertragung, anhand der Ausrichtung der kollagenen Fasern erkennbar, in unterschiedlicher Richtung; der perfekte Ersatz durch Implantate und Transplantate ist deshalb unmöglich. ( Anm. somit ist es schlicht falsch was mancherorts zu lesen steht, daß das Kreuzband überflüssig sei durch die ein oder andere Technik. )

Klinische Bild, Diagnose: Hinweisend für den Riss des vorderen Kreuzbandes  ist die fast immer im Vorberichte erwähnte, mehr oder weniger plötzlich auftretende Lahmheit. Von diagnostischem Wert ist dann der Röntgenbefund, und die klinische Untersuchung mit Nachweis der Gelenkinstabilität ( vorderes Schubladenphänomen, Tibiakompressionstest )

 

Therapie:

Konservative Therapie: Sie besteht in der strikten Bewegungseinschränkung auf rutschfestem Boden. Nach Anderson ( 1994 ) dauert die Heilung bei konservativer Behandlung bis zu 6 Monate. Ein interessanter Link und noch ein Link Auszug aus dem Inhalt :"Konservativ:
Ein bewährtes Behandlungsschema ist es, alle zwei Wochen Injektionen mit entzündungshemmenden Medikamente und Anabolika zu verabreichen. I.d.R. sind drei bis vier Anwendungen nötig. In dieser Zeit besteht Leinenzwang und Spielen oder Toben ist verboten.
Diese Behandlung ist gut geeignet für kleinere Hunderassen und nicht übergewichtige Hunde. Wichtig ist eine gewisse Disziplin des Hundehalters was die Bewegungseinschränkung des Hundes betrifft.
Die Langzeitergebnisse bei konservativer Behandlung sind oftmals besser als bei chirurgischer Versorgung.....Jede Verletzung oder OP am Gelenk fördert Arthrosen."

 

Chirurgische Behandlung:

Intraartikuläre Technik: Ausgehend von der von Paatsama ( 1952 ) entwickelten Technik war es die ursprüngliche Idee dieser Methode, die Funktion des gerissenen Kreuzbandes durch Transplantate oder Implantate zu ersetzen. Als Transplantate werden Faszien, Sehnen, Sehnenteile und Haut verwendet. Implantate dagegen bestanden aus verschiedenen Kunststoffen, Draht oder Kohlefaser. Bei der Technik nach Paatsama ( 1952 ) wird ein Faszienstreifen durch 2 Bohrungen, eine im lateralen Kondylus, eine im medialen Tibiaplateau, quer durch das Gelenk gezogen. Die Bohrung durch den Kondylus erfolgt möglichst weit kaudal und wird, wie von Paatsama beschrieben, durch den kaudalen Ansatz des vorderen Kreuzbandes gelegt. Nachteilig für diese Technik war, daß die Bohrungen durch den Femurkondylus aus gründen der Einfachheit und Nachlässigkeit mehr nach kranial u.U. bis vor die Gelenkachse verlegt wurde. Position und Funktion des Transplantates entsprachen dann nicht mehr der des Kreuzbandes. Die Gelenkmechanik veränderte sich und behinderte die Flexion.

Over the Top Technik: Arnoczky et al. ( 1979 ) setzte ein Spalttransplantat der Partellarsehene in einer anatomischen Position ein, die der des vorderen Kreuzbandes nahekommt, ohne dabei den Knochen zu durchbohren. Auch diese Technik wurde inzwischen mehrfach modifiziert. Als Nachteil erwies sich das die Transplantate zum Teil resorbiert wurden.

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Extraartikuläre Technik: Kunststoff- oder Drahtschlingen werden verwendet die von der Fabella zur Crista tibiae verlaufen oder es werden Raffnähte angelegt, welche die Gelenkkapsel straffen. Die von der fabella zur Crista tibiae außerhalb der Kapsel eingesetzten Schlingen verhindern das Kranialgleiten und die Innenrotation der Tibia. Diese Schlingen werden entweder nur lateral De Angelis und lau 1970, Olmstead 1993, Bonath und Axt-Findt 1996 angelegt oder beidseits Flo 1975. Sie müssen proximal gut in dem von der Fabella zum Femur verlaufenden Band verankert werden. Die Schlinge wird mit Gefühl angezogen um einerseits die Gelenkstabilisation zu sichern, andererseits darf der Gelenkspalt nicht durch übermäßiges Anziehen komprimiert werden.

Studie Kapselraffung kontra FLO

 

Änderung der Gelenkmechanik:  Smith und Torg ( 1985 ) versetzten das Fibularköpfchen mit der Inseration des lateralen Kollateralbandes nach kranial. Die Autoren gehen davon aus, daß das laterale Kollateralband die Funktion des gerissenen vorderen Kreuzbandes übernimmt und damit das Gelenk stabilisiert. 

Bei den Tibia-Osteotomie-Techniken wird die Geometrie der Tibia derart verändert, dass die zur Kranialluxation des Tibiakopfes führenden Kräfte bei Belastung der Gliedmaße neutralisiert werden. Dabei wird der Tibiaplateauwinkel z.B. bei der Tibiakeilosteotomie (SLOCUM u. DEVINE, 1984), der Tibia-Plateau-Leveling-Osteotomie (SLOCUM u. DEVINE SLOCUM, 1993) und der proximalen Tibiaosteotomie (DAMUR et al., 2003) verändert, wie auch die Zugrichtung des Lig. patellae bei der Kranialversetzung der Tuberositas tibiae (MONTAVON et al., 2004). Dadurch ist eine Luxation des Tibiakopfes nicht mehr möglich oder aber wesentlich eingeschränkt.

 

Quellen:

Englische Seite James Tomlinson  United States

AL SELMI - Ciência Rural, 2003 - SciELO Brasil
       Christof Weber :

Untersuchungen zur Therapie der Ruptur des Ligamentum cruciatum craniale bei Hunden mit und ohne Meniskusverletzung
Study into different treatment methods of cranial cruciate ligament rupture in dogs with and without injury of the meniscus